Die Demokratie, die sich überlebt hat.

In meinen Augen hat die Demokratie sich überlebt. Zumindest in Deutschland, aber auch in einigen anderen Ländern dieser Welt.

 

Da ich nun mal in Deutschland lebe, möchte ich meinen Standpunkt anhand dieses Landes darlegen. Warum also denke ich, die Demokratie hätte sich überlebt ?

 

1. Aktion und Reaktion

Die Politik besteht im Grund nur noch aus Reaktion. Auf alle Probleme, die plötzlich am Horizont auftauchen (Ironie), wird nur noch reagiert. Die Überalterung der Gesellschaft (demographischer Wandel), der Nachwuchsmangel in der Wirtschaft, die finanziellen Lücken in den Sozialversicherungssystemen, die Wirtschaftskrise 2009 und so weiter.

Es ist ja nicht so, als wäre nicht schon vor 30 Jahren klar gewesen, dass die Menschen immer mehr und länger arbeiten gehen um ihren Lebensstandard zu halten und ein Kind immer mehr zum Luxus wird und vielen Leuten die Zeit, das Geld und die Muße dafür fehlen. Auch ist es ja nicht so, als hätte die Politik nicht selbst dazu beigetragen als sie Leiharbeit und den Niedriglohnsektor schuf (Agenda 2010). Mit etwas vorausschauendem, logischen Denken wäre klar gewesen, dass niedrige Löhne zu niedrigen Beiträgen in den Sozialversicherungen führen und damit weniger Geld in die Kassen von Rentenkasse oder Krankenkasse fließen wird. Und wenn Menschen Überstunden schieben wie blöde, um damit so gerade eben ihre eigenen Unkosten decken zu können, dann wird der erste Gedanke dieser Menschen sicher nicht sein, mal eben Kinder, die ja Geld kosten welches man nicht hat, in die Welt zu setzen.

Es war offenbar auch sehr überraschend, dass eine Baby-Boom Generation wie die aus den 60ern, also den Zeiten des Wirtschaftswunders, irgendwann mal alt werden und in Rente gehen würde. Vollkommen aus den Socken gehauen hat die Politiker dann, dass auf diese Generation einige Generationen mit bedeutend weniger Kindern folgen würden, weil Wirtschaftswunder und goldene Zeiten nicht ewig anhalten, und sich daraus Probleme ergeben können in einem Rentensystem, in dem die Jungen für die Alten zahlen. Das war wirklich hart, immerhin ist man ja als Mensch und Politiker kein Nostradamus. Dass eine Gesellschaft einem demographischen Wandel unterliegt und nicht immer mehr junge als alte Menschen vorhanden sein können, ausser man nimmt ein exponentiales Bevölkerungswachstum an, welches freilich keine Probleme mit sich bringen würde (Ironie), war auch unvorhersehbar. Da kann man halt nichts machen.

 

2. Die Sache mit den Grundrechten

Wie wichtig unveräusserliche Grundrechte für eine Demokratie sind, lässt sich gar nicht in Worte fassen. Ein System, welches sich von Diktatur und Tyrannei abgrenzen will und für das diese Abgrenzung gleichzeitig auch Existenzberechtigung ist, kann ohne diese nicht existieren. Leider haben viele nicht verstanden, dass diese Rechte keine Exklusivität haben und auch nicht haben dürfen, sonst könnten wir auch gleich wieder die Gaskammern aufbauen und uns der Barbarei hingeben. Ich möchte das an dem Beispiel des Grundrechtes der Meinungsfreiheit verdeutlichen.

Da wären zuerst die Genderfuzzis.Na, sie wissen schon: Diese Menschen, die in der sonst höflichen Anrede “Sehr geehrte Damen und Herren” eine Diskriminierung sehen, weil diese Anrede ja Transsexuelle, Asexuelle, Zwitter und jene, die sich als rosa Einhörner identifizieren, ausschließt. Und die dann auch soweit gehen Forderungen zu stellen. Eine Forderung ist unter anderem, dass Menschen die sich in den Augen der Genderfuzzis nicht politisch korrekt verhalten, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung verwirkt haben. Das Gleiche findet man auch bei der Antifa. Die würden auch gerne all jenen die Beteiligung an Debatten verbieten, deren Meinung ihnen nicht passt. Da verschwimmt dann die Grenze zwischen Idiotie und Sarkasmus, denn im Grunde ist es nicht zu überbieten, wenn die Antifaschisten tatsächlich eine Unterdrückung Andersdenkender in Erwägung ziehen, die man nur aus dem Faschismus kennt.

Ich tu mich ja auch schwer mit Leuten von der Antifa oder Nazis zu diskutieren. Umgehe ich aber die Debatte, indem ich Menschen davon ausschließe, dann strafe ich mich als Demokrat selbst der Lüge, denn der demokratische Grundgedanke ist der des öffentlichen Austausches, der Debatte. Dazu muss man sich halt auch mit Standpunkten befassen, die nicht die eigenen sind.

Das Maß, in dem Foderungen zunehmen Leute von Debatten auszuschließen oder sogar gewisse Meinungsäußerungen unter Strafe zu stellen, ist erschreckend und erst recht das Maß, in dem sowas toleriert wird. Da zeigen Leute deutliche autoritäre Züge unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung der Geschlechter, des Antifaschismus oder sonst was, und niemand hält es für nötig sie zurecht zu weisen und ihnen noch mal den Grundgedanken des demokratischen Miteinanders zu erklären.

Es war allerdings zu erwarten, da die Politik selbst erhebliche Defizite in Sachen Grundrechte aufweist. Wer im Falle der Vorratsdatenspeicherung den krassen Gegensatz zwischen dem Recht auf Privatsphäre und der Speicherung mit “ja, aber die Sicherheit” aufheben will, der hat offensichtlich das Prinzip nicht verstanden. Es gibt keinen Kompromiss zwischen Grundrecht und Sicherheit. Entweder steht man zu Grundrechten, auch mit der Konsequenz in den sauren Apfel beissen zu müssen, oder man wirft sie über Bord. Dazwischen gibt es nichts, auch wenn einige Leute das regelmäßig suggerieren wollen.

 

Fortsetzung folgt, ich mach mir erstmal was zu essen.

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Warum Preise keine Probleme lösen

Es gegebenem Anlass möchte ich mich gerne zu folgendem Spiegel-Artikel äußern.

Für die Lesefaulen die Kurzsaussage des Artikels: Der Sprit ist zu billig, deshalb kaufen sich die Leute große, übermotorisierte Autos (SUV) und deshalb steigt die Schadstoffbelastung und Umweltverschmutzung trotz moderner Technik in KFZ an und fordert Menschenleben.

Zu meiner eigenen Person und Position muss ich Folgendes dem Leser mit auf den Weg geben: Ich selbst besitze kein eigenes KFZ und bin auf Bus und Bahn angewiesen, wünsche mir allerdings eines Tages ein eigenes Fahrzeug zu kaufen.

 

Zäumen wir das Pferd erstmal von einer anderen Seite auf: Die erste Frage die ich stellen und mit meinen eigenen Worten / meinen eigenen Thesen beantworten mag, ist die, warum sich Menschen überhaupt ein Auto kaufen.

#1 Flexibilität, Mobilität: Mit einem eigenen Fahrzeug ist man bedeutend flexibler. Arbeit, Vorstellungstermine, Freizeitaktivitäten, Einkäufe, Arzttermine. Das alles kann man an einem Tag erledigen ohne dabei zeitlich in Bedrängnis zu raten, da man in der Zeit, die andere damit verbringen an der Bushaltestelle Zwanzig Minuten auf den nächsten Bus zu warten, bereits am Ziel sein kann.

#1.1 Flexibilität im Beruf: In der heutigen Welt kommt es schon vor, dass man in zwei Jahren bei drei verschiedenen Arbeitgebern arbeitet. Umzüge würden Geld kosten und die Kinder entwurzeln, deshalb pendelt man dann lieber. Aber auch ungewöhnliche Arbeitszeiten und Rufbereitschaften erfordern ein eigenes Fahrzeug. In einigen Jobs ist das sogar mittlerweile Einstellungskriterium, auch wenn das niemand so offen zugeben würde.

#2 Bequemlichkeit: Im eigenen, der Jahreszeit entsprechend klimatisierten, Auto zu sitzen ohne lärmende Schulkinder in einem völlig überfüllten Bus bei 30 Grad im Schatten oder ohne Zwanzig Minuten Wartezeit auf den nächsten Bus im Regen bei gerade mal 3 Grad, ist das Leben um Welten angenehmer. Wenn ich das Geld dazu hätte, würde ich mir das auch so leisten wollen.

#3 Transport: Lebensmittel oder ein kleines Ikea-Regal in Bus und Bahn zu transportieren ist zwar nicht unmöglich, aber auch nicht bequem. Körperliche Fitness ist dazu auch eine wichtige Voraussetzung. Und wenn man einen Großeinkauf vor den Feiertagen zu erledigen hat, sind zwei Hände zu wenig und die Taschen + Rucksack garantiert zu klein. Wer schon einmal versucht hat einen Kasten bzw. 6er Pack mit Getränken, eine Packung Klopapier, diverse Lebensmittel und Flaschen mit Waschmittel etc. in öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren, der weiss was ich meine. Als Single geht das dann vielleicht auch noch, doch spätestens wenn es gilt eine Familie zu versorgen, kommt man da an Grenzen.

#4 Souveränität: Der Mensch ist nun mal gerne unabhängig und möchte nicht dauernd andere Leute um Gefallen bitten. Egal ob es der Großeinkauf vor Weihnachten, ein wichtiger Termin bei einem Facharzt der seine Praxis leider etwas ungünstig für den öffentlichen Nahverkehr eröffnet hat oder andere Dinge sind. Die Möglichkeit selber zu bestimmen wann man wo hinfahren will ohne dabei jedes Mal zu schauen, ob der Busfahrplan diese Option überhaupt zur Verfügung stellt oder Termine absagen zu müssen, weil die Bahn mal wieder nicht kommt oder der Bus so Verspätung hat, dass man den Umstieg verpasst und deshalb den Termin nach / vor der Arbeit nicht wahrnehmen kann, ist einfach frustrierend und vermittelt einem das Gefühl des Ausgeliefert-Seins.

#5 Rückständigkeit des ÖPNV: Machen wir uns bitte nichts vor. Der deutsche öffentliche Personennahverkehr ist grauenhaft! Während innerhalb der Großstädte die Busse und Straßenbahnen im 15 Minuten Takt sogar die halbe Nacht hindurch fahren und das Netz an Haltestellen relativ dicht ist, kann man in den Satellitenstädten rund um diese Großstädte echt dankbar sein, wenn um 22 Uhr überhaupt noch ein Bus oder eine Bahn fährt. Gerade für Menschen die im Schichtdienst arbeiten oder ungewöhnliche Arbeitszeiten haben, wie z.b. Türsteher die um 4 Uhr am Sonntagmorgen Feierabend haben, ist dies ein reelles Problem. Sie kommen entweder nicht zur Arbeit hin oder nicht nach Hause. Nach einem langen Arbeitstag irgendwo zu stehen und drei Stunden auf den nächsten bzw. ersten Bus des Tages nach Hause warten zu müssen ist wahrlich kein Vergnügen, vorallem wenn man wenige Stunden später wieder raus muss, zwischendurch noch die Kinder Gassi geführt und der Hund versorgt werden will. Und für körperlich eingeschränkte Personen ist der ÖPNV immer noch eine Unmöglichkeit. Bei vielen Bushaltestellen sind Bordsteinkante und Bus immer noch nicht auf ein Niveau eingestellt, das Ein- und Aussteigen mit Rollator oder Rollstuhl stellt immer wieder eine kleine Herausforderung dar und darauf verlassen, dass jemand aufsteht und einen Sitzplatz frei macht, kann man sich auch nicht, vorallem im Berufsverkehr. Und in vielen Gewerbe- und Industriegebieten, also gerade dort wo die Arbeitsplätze sind, gibt es immer noch kaum Haltestellen die auch zu brauchbaren Zeiten angefahren werden. Kurzum: Verlasse dich auf Bus und Bahn und du bist verlassen.

 

 

Bis jetzt hätten wir da schon mal einige Punkte angesprochen, weshalb Menschen sich dazu entscheiden ein eigenes Fahrzeug zu kaufen. Kommen wir zu der zweiten Frage: Warum kaufen sich Menschen so ein riesiges Auto wie einen SUV ?

#1 Weil es Spaß macht ! Und das meine ich ernst. Der Fahrspaß bei einem Audi Q7 ist ein ganz anderer als bei einem VW Lupo.

#2 Bequemlichkeit: Ein Audi Q7 ist nicht nur größer, er ist auch höher. Das Ein- und Aussteigen ist um Welten bequemer, man hat mehr Platz im Kofferraum und meistens noch nette Extras wie eine butterweiche Servolenkung und eine gute Strassenlage, die bei billigeren Modellen schon ganz anders, nämlich schlechter, ausschaut.

#3 Sicherheit: Die meisten Menschen fühlen sich in einem SUV eben wie in einem Panzer. Beschützt und sicher. Und das ist keine Behauptung die ich mir aus den Fingern sauge, sondern durchaus belegbar.

#4 Statussymbol: Den Wert eines SUV als Statussymbol sollte man nicht unterschätzen. Das Fahrzeug eines Menschen ist auch zugleich ein Aushängeschild. Es macht halt einen besseren Eindruck in einem SUV beim Kunden vorzufahren statt in einem rostigen Kleinwagen. Es vermittelt Stärke, den Eindruck die Lage im Griff zu haben und das das Geschäft gut läuft, selbst wenn die Wahrheit eine andere ist. Gehabe von Alphatieren eben. Und Menschen distanzieren sich eben gerne von anderen Menschen, je nach Standesdünkel die sie hegen und pflegen. So dient ein KFZ auch als Abgrenzung nach unten, zu dem Pöbel.

 

Alle genannten Punkte haben mit den Spritpreisen wenig zu tun. Jene, die genug verdienen, fahren auch weiterhin mit ihrem SUV durch die Gegend. Jene Forderung aus dem Artikel Treibstoffe höher zu besteuern, vorallem der Ansatz eine höhere Besteuerung des Diesels würde das Problem lösen, trifft vorallem jene, die jetzt schon manchmal verzweifeln wenn sie tanken müssen, weil sie einerseits auf das Auto angewiesen sind, andererseits nicht wissen wie sie über die Runden kommen sollen. Da fragt man sich, ob der Autor des Spiegelartikels jemals ernsthafte finanzielle oder mobilitätsspezifische Probleme in seinem Leben hatte oder wie er darauf kommt, eine höhere Besteuerung würde das Problem lösen. Auch fehlt es an Lösungsvorschlägen.

 

Problemlösungen wären da z.B. eine gesetzliche PS-Bremse um der Übermotorisierung Herr zu werden oder aber Marketing. Ja, wirklich. Apple hat es geschafft, ihre Produkte, vorallem das berüchtige Smartphone mit dem Ei, zu einem Lifestyleprodukt zu erheben das “seiner Zeit voraus ist”. Dabei ist das Handy bei Erscheinen max. ebenbürtig mit der Konkurrrenz, meist aber schon in seinen technischen Spezifikationen weit überholt und im Verhältnis überteuert. Aber es ist halt eine Marke und im Kopf der Öffentlichkeit sitzt dieses Bild, dass Apple-Produkte halt total die edlen Sachen sind, die jeder braucht, der was auf sich hält. Vielleicht sollten wir mal eine Kampangne starten, dass umweltfreundliche Kleinwagen viel cooler sind als SUV und vernünftige Fahrweise und kleinere Motorisierung erstrebenswert sind für jeden, der etwas auf sich hält.

Das wäre marketingtechnisch aber schwierig. Während Apple es geschafft hat durch das wirklich gute Design und eine intuitive, idiotensichere Bedienbarkeit ihre Produkte zu Statussymbolen zu erheben, weil genau das Bedürfnisse der Kunden wie Exklusivität (Standesdünkel) und Bequemlichkeit anspricht, dürfte es bei Kleinwagen schwieriger werden die Wahrnehmung von Autofahrern umzuprägen und in ihren Hirnen Kleinwagen mit so Attributen wie Bequemlichkeit, Sicherheit, Exklusivität zu verbinden. Was übrigens nicht zuletzt auch daran liegt, das viele gegenwärtige Kleinwagen schlicht nichts von alledem sind.

Damit sich wohl wirklich etwas am Problem der Übermotorisierung und den damit verbundenen Umweltproblemen ändert, müsste sich zuerst wohl das Denken der Leute ändern. Und darin liegt wohl die Herausforderung, die bisher jeder Autohersteller, aber auch Politiker und Marketingstratege gescheut hat. Ich für meinen Teil werde trotzdem eines Tages ein eigenes Auto kaufen und damit die Umwelt verpesten. Und falls ich mal im Lotto gewinne, vielleicht sogar einen SUV.

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Sci-Fi

Von jeher fasziniert mich das Genre Science Fiction.

 

“Science Fiction” höre ich da jetzt einige stöhnen. “Bloß nicht”.

Wer bei Science Fiction an Ritter mit Lichtschwertern denkt, die Raumschiffe statt Pferde haben und Prinzessinnen retten, der sollte jetzt unbedingt weiterlesen. Denn jene Leute haben offensichtlich keine Ahnung was Sci-Fi eigentlich noch ist. Gebt mir eine Chance euch zu überzeugen.

Ich weiss noch, wie ich früher immer gebannt vor dem Fernseher hing wenn Star Trek ausgestrahlt wurde. Was mich faszinierte waren nicht nur die Raumschiffe und die Technologie. Vorallem waren es die Möglichkeiten. Star Trek drehte sich nicht nur um Sci-Fi, sondern auch (eigentlich “vorallem”) um Dinge, die uns allen aus der Realität bekannt sind. Egal ob Technologie, Gesellschaftsstrukturen außerirdischer Rassen, Konflikte – ihre Ursachen und Lösungen – oder die Erforschung des Weltraums. Alles hat ein Pendant in der Realität.

Die Frage, wie wir mit Technologien umgehen und ob wir sie konstruktiv oder destruktiv nutzen werden und wie die Folgen davon aussehen könnten, steht spätestens seit der Detonation der ersten Atombombe am 31. Juli 1945 zur Debatte.

Anthropologen und Soziologen beschäftigen sich schon seit geraumer Zeit mit den Strukturen verschiedener Gesellschaften und versuchen daraus Prognosen und Rückschlüsse auf unsere eigene Gesellschaft zu ziehen um uns selbst besser zu verstehen und vielleicht auch verbessern zu können.

Konflikte aller Art sind so alt wie die Menschheit selbst. Ihre Ursachen, wie man sie vermeiden oder lösen kann, stehen auf der Agenda vieler Wissenschaftler und Diplomaten. Auch die Frage, welche Auswirkung Technologie auf Konflikte hat, ist spätestens seit Erfindung und Einsatz der Drohnen mit denen man aus großer Entfernung anonym töten kann, topaktuell und nicht zu ignorieren.

 

Und nun kommt Science Fiction. Autoren, Filmemacher und Künstler aller Art beschäftigen sich mit der Frage, wie die genannten Faktoren sich in der Zukunft auswirken könnten. Sci-Fi fragt, was passieren könnte, entwickelt Szenarien. Fast immer haben diese möglichen Szenarien reale Gegenstücke. Während Star Trek den Frieden zwischen Romulanern und Föderation als eine Art kalten Krieg zeigte und eventuelle Lösungen andeutete, beschäftigt sich Battlestar Galactica mit der Frage, wie wir mit künstlichem Leben umgehen werden, dass wir selbst geschaffen haben, und ob wir dieses Leben als uns gleichgestellt akzeptieren werden und welche Folgen es haben könnte wenn wir das nicht tun.

Und Sci-Fi muss nicht immer in der Zukunft spielen. George Orwell entwickelte in seinem Roman “1984″ ein Szenario in dem ein totalitärer Staat Informationstechnologie nutzt um seine Bürger zu überwachen und sogar eine neue Sprache entwirft um sie umzuerziehen. In Zeiten von NSA-Überwachungsskandalen und dem Abschaffen von Worten die nicht der “political correctness” entsprechen oder nicht “gender-konform” sind, also im hier und heute, ist Orwell längst nicht mehr Sci-Fi, sondern längst Realität.

Spätestens bei dem Beispiel wird dem geneigten Leser langsam klar, dass Sci-Fi Geschichten nicht nur Fantasien sind, die von verträumten Spinnern gesponnen werden, sondern dass Sci-Fi mehr eine Art Philosophie ist, die sich mit der Frage beschäftigt, woher wir kommen, wohin wir gehen und wie wir dorthin gelangen werden und wie mögliche Alternativen / Szenarien zu unserem heutigen Status Quo aussehen könnten bzw. aussehen werden und welche Folgen Entscheidungen haben könnten. Gute Science Fiction dreht sich nicht um Raumschiffe und Spezialeffekte, gute Science Fiction stellt Fragen, die Philosophen und andere Denker schon lange herumtreiben und denkt einen Gedanken, zumeist auf Basis von heute tatsächlich vorhandenen Dingen oder Ereignissen, weiter.

Zum Schluß möcht ich einen kritischen Gedanken äußern. Meine Vermutung, warum gute Science Fiction ohne Helden, Raumschiffe und Lichtschwerter, so wenig Beachtung findet, ist vermutlich die mangelnde Bereitschaft sich mit Problemen und Missständen auseinanderzusetzen. Denn wenn in Sci-Fi Utopien entwickelt werden, bedeutet dies, dass heutige Probleme überwunden wurden. Dazu muss man sich erstmal eingestehen, dass es heute noch ernste Probleme gibt. Und wenn Sci-Fi Dystopien entwickelt, in denen alles schief gegangen ist, dann muss man sich eingestehen, dass Probleme nicht durch ignorieren sich in Luft auflösen werden und man vielleicht selbst, eben durch ignorieren, dazu beigetragen könnte eben diese Dystopie, wie Orwells “1984″, zu ermöglichen. So oder so ist es ein bedrückender Gedanke. Wer gute Laune will, der wird vermutlich umschalten, wenn ein Film ein solches Szenario zeigt und die meisten Leute wollen gute Laune und nicht darüber nachdenken müssen, wieviele mögliche Wege in eine Dystopie es gibt.

Man müsste anfangen etwas dagegen zu tun.

 

Die meisten Menschen schimpfen über das schlechte Wetter, aber kaum einer tut was dagegen

Mark Twain

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Refugee

Der heutige Titel des Artikels ist das englische Wort für Flüchtling. Es leitet sich von dem lateinischen Refugium ab. Dies bedeutet Zuflucht. So ist das Wort semantisch nicht, wie im Deutschen, als das eines Menschen der vor etwas flüchtet, zu deuten, sondern jemand der Schutz / Hilfe sucht, weil er nicht mehr weiter weiß.

 

Ich habe versucht mir vorzustellen, wie desolat die Lage in Deutschland werden müsste, damit ich Freunde und Familie hinter mir lassen, mich verschulden, eine lebensgefährliche Reise auf mich nehmen und in ein Land gehen würde, dessen Kultur ich nicht kenne und dessen Sprache ich nicht spreche. Die Antwort, welche ich darauf fand, sagt auf ihre Art vielleicht mehr als ein Buch voller Worte:

Ich konnte es mir nicht vorstellen.

 

Menschen kommen nach Europa in der Hoffnung auf Schutz, einen Neuanfang. Es sind so viele, dass wir, obwohl Europa recht wohlhabend ist, sie gar nicht so schnell und qualitativ gut unterbringen und versorgen können wie es nötig wäre um die Menschenwürde zu gewährleisten. Wir haben eine Flüchtlingskrise, definitiv.

Ich schreibe diesen Artikel jedoch nicht um zu konstatieren, was wir alle schon längst wissen. Mein Anliegen ist ein anderes. Ich bin der Meinung, dass die Debatte so vergiftet ist, dass wir einer konstruktiven Lösung für das Problem im Wege stehen.

Wer fragt, wieviele Flüchtlinge wir noch aufnehmen wollen und ob wir eine Grenze ziehen bei der Aufnahme von Flüchtlingen und wenn ja, wo, wer fordert, dass man nicht so viele Flüchtliche aufnehmen soll um damit die Versorgung der bereits aufgenommenen Menschen zu gewährleisten, der wird als “rechts” beschimpft. Wer Flüchtlingen helfen will, sogar Hilfe selbstständig organisiert, wird als “linksliberal” beschimpft und angefeindet, ja sogar bedroht.

Ich übertreibe an dieser Stelle mal gezielt: Wir werden irgendwann eine Grenze ziehen und einen Aufnahmestop verhängen müssen. Wenn auf jeden Bundesbürger ein Flüchtling kommt können wir weder uns, noch die Aufgenommenen, versorgen. Wir würden letztlich alle über die Klinge springen. Das ist Fakt, auch wenn jetzt einige so eine Geisteshaltung gleich wieder als rechts bezeichnen mögen.

Bitte lernt an dieser Stelle, dass “rechts” nicht zwingend bedeuten muss, dass etwas unwahr ist. Leider werden Fakten gerne mit Attributen wie “rechts” oder “links” deklariert, selbst wenn sie eindeutig weder das eine, noch das andere sind. Zum Beispiel ist ein Fakt, dass mit einem Flüchtlingsstrom auch immer Kriminalität kommt. Manche stehlen, weil sie Hunger haben oder verzweifelt sind. Das sind noch die harmlosen Fälle. Doch nicht jeder Flüchtling ist ein Heiliger. Unter ihnen sind auch Mörder und Vergewaltiger, wie in jeder anderen Bevölkerungsgruppe auch. Stellt jemand jedoch die legitime Frage, wie wir mit der Kriminalität und im speziellen mit den kriminellen Flüchtlingen umgehen wollen, dann wird diese Person als Nazi diffamiert.

Wir haben ein Problem mit der Meinung anderer Menschen, auch wenn diese Meinung sehr viele wahre Elemente enthält und die Argumentation sich nicht ganz von der Hand weisen lässt. Es ist eben einfacher andere als Nazi zu beschimpfen und ihnen damit Schuld zuzuschieben. Dieses Zuschieben hat die Funktion sich selbst damit von Schuld oder Verantwortung reinzuwaschen und sich weiterhin als Gutmenschen zu zelebrieren, während Tausende Kilometer entfernt Bürgerkriege ausgefochten werden mit Waffen und Munition aus deutscher Produktion, also der Krieg unseren Wohlstand mitfinanziert.

Die Anfeindungen, Anschläge und Bedrohung der Flüchtlinge und jener, die ihnen helfen wollen, hat allerdings auch einiges aufgedeckt, was wir lieber verdrängen würden. Die deutsche rechtsradikale Szene hat sich in den letzten Jahrzehnten hervorragend organisiert. Und sie ist auch deutlich größer, als angenommen. Abgesehen von den Radikalen sind da aber noch die vielen Leute, die im Vergleich dazu nur “latent” ausländerfeindlich sind und bei Pegida Demos gelegentlich mal auftauchen. Erst jetzt, wo “Rechts” schon Salonfähigkeit erreicht hat, zeigt sich, wieviele Mitbürger in diesem Land Vorurteile gegen Fremde haben, sich bedroht fühlen wenn jemand eine andere Hautfarbe hat und auch sonst eine Menge latente Ängste haben, die immer irgendwie mit Menschen zu tun haben, die keine “Deutschen” sind.

Es gab einen Rechtsruck. “Gab” deshalb, weil das was wir heute sehen nur die Wirkung von Ereignissen und Entscheidungen ist, die in der Vergangenheit liegen. Anstatt uns aber einzugestehen, wieviele Menschen wir aus der politischen Mitte bereits verloren haben, wie selbstverständlich Hass, Verachtung und Empathielosigkeit bereits geworden sind, verbringen dejenigen, die noch nicht in eine Richtung gerutscht sind, ihre Zeit lieber damit sich gegenseitig als “links” oder “rechts” zu beschimpfen oder die Schuld am Rechtsruck in unserer Gesellschaft zuzuschieben oder auszudiskutieren was nun politisch korrekt sei und was nicht. Auch die Mitte will nicht sehen, dass sie den Rechtsruck mitverursacht hat, indem sie die Sorgen und Fragen ihrer Mitmenschen nicht ernst genug und sich die Zeit auf sie einzugehen nahm. Dabei haben dieses Verdrängen und die Handlungsunfähigkeit der politischen Mitte radikalen Kräften erst den Weg  bereitet, denn die gaben dann all jenen , die Sorgen und Fragen hatten, eine Antwort.

Die Gesellschaft ist also gespalten, die Mitte ist handlungsunfähigkeit weil nicht kritikfähig und konsequent und mit Verdrängen beschäftigt, die linken und die rechten Kräfte kämpfen um Einfluss, bieten jedoch auch keine Lösungen. Sich gegenseitig als “rechts” zu beschimpfen ist für viele noch die einzige Ebene auf der sie diskutieren können, während andere stolz darauf sind rechts zu sein und Menschen zu hassen, weil sie da sind.

Eine Lösung, wie immer sie auch aussieht, wird sicher genügend Elemente enthalten, die vielen zu rechts oder zu links sind. Die Mitte muss jedoch verstehen, dass das irrelevant ist. Die Lösung muss funktionieren und nicht die Bedingung, unpolitisch oder politisch korrekt zu sein, erfüllen. Das kann sie gar nicht sein. Fragen und Meinungen jedweder politicher Coleur müssen gehört und diskutiert werden um eine Lösung zu finden, die für Hilfesuchende wie Helfende als auch Besorgte eine bestmögliche Antwort bietet. Dazu muss nur die kognitive Dissonanz ein Ende haben. Man kann nicht helfen wollen und gleichzeitig jede Debatte über Probleme mit der großen Zahl an Flüchtlingen, sei es Versorgung oder Kriminalität oder sonst was, mit Vorwürfen im Keim ersticken oder die Zeit damit vertrödeln auszudiskutieren, was denn jetzt politisch korrekt sei oder nicht. Da hat jeder eine andere Meinung und es kommt nie zu einem Ergebnis. Letztlich ist man dann selbst genau so wenig hilfreich wie jene, denen man vorwirft nicht helfen zu wollen oder ausländerfeindlich zu sein.

 

Denkt mal darüber nach

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Sozialdystopie

Es gibt immer wieder Leute die sagen, unser Sozialsystem sei zu teuer.

Zu teuer ist relativ. Es ist die Frage, was man bereit ist auszugeben. An dieser Stelle fällt mir die US-amerikanische Fernsehserie “Breaking Bad” ein. Hier kurz die Handlung:

Bei dem Protagonisten, einem Chemielehrer, wird Krebs diagnostiziert. Da es in den Vereinigten Staaten keine gesetzlichen Krankenversicherungen gibt und der Lehrer sich die Behandlung privat nicht mal eben leisten kann, scheint die Diagnose sein Todesurteil zu sein. Er ist jedoch nicht bereit jämmerlich an Krebs zu verrecken und beginnt sein Wissen zu nutzen um Drogen herzustellen. Fest entschlossen das Geld für seine Behandlung zu verdienen, beginnt er sich die Karriereleiter im Drogengeschäft hochzuarbeiten und geht dabei im späteren Serienverlauf über Leichen. Mal abgesehen von den Drogentoten, die durch seinen “Stoff” sterben.

 

Und jetzt noch einmal zurück zu unserem “zu teuren” Sozialsystem. Wie gesagt, es hängt davon ab, was man bereit ist zu investieren. Ich für meinen Teil möchte nicht in einem Land leben, in dem ein Mensch mit Zahnschmerzen eine Bank überfällt um den Zahnarzt bezahlen zu können und in dieser Stresssituation dann einen Menschen erschießt. Ich möchte auch nicht mit dem Protagonisten der Serie tauschen. Auch wünsche ich niemandem in diese Situation zu kommen und den Weg der Illigalität beschreiten zu müssen um zu überleben oder sich stattdessen einen Strick zu nehmen, weil es keine anderen Optionen gibt.

Noch gibt es in Deutschland Hilfe, wenn einen das Schicksal hart trifft oder man krank wird. Niemand muss hier auf der Strasse leben oder sterben, wenn er mal den Job verliert und sich die Behandlung nicht leisten kann und niemand muss kriminell werden wenn er eine Diagnose wie Krebs bekommt.

Ist unser Sozialsystem also wirklich zu teuer ? Gäbe es dieses Sozialsystem nicht, würden vermutlich mehr Leute eine kriminelle Laufbahn einschlagen um zu überleben. Dies wäre automatisch mit mehr Kosten für Polizei und Gefängnisse verbunden, ganz zu schweigen davon, dass unser aller Lebensqualität stark sinkt wenn die öffentliche Sicherheit abnimmt. In was für einem Land wollen wir also leben ?

Ich für meinen Teil bin bereit meine Steuern zu zahlen, wenn dafür eine soziale Absicherung gegeben ist und niemand, auch ich selbst, nur die Wahl zwischen Kriminalität oder Suizid hat, wenn das Schicksal hart zuschlägt. Beide Optionen sind im Grunde nur eines; würdelos.

Krankenkassen haben aber abgesehen davon auch noch weitere Vorteile. Seitdem wir Krankenkassen haben und uns beispielsweise Impfungen nichts kosten, ausser den obligatorischen Versicherungsbeitrag, lassen sich viel mehr Menschen impfen, was Epidemien und Pandemien und damit viel Leid und Tote verhindert. Auch können Verletzungen oder Krankheiten, die die Arbeitsfähigkeit eines Menschen zerstören würden, behandelt werden und die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen werden auch eher wahrgenommen, so dass Krankheiten behandelt werden können bevor sie kritisch und damit auch kostenintensiv werden. So wird niemand zum lebenslangen Sozialfall,  nur weil er mal gerade nicht die 1.000 Euro für eine Behandlung zur Hand hatte. Das kommt uns alle als Gesellschaft letztlich günstiger als das amerikanische System.

In diesem Sinne ein Hoch auf unser Sozialsystem

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Umweltschutz

Weiß Gott, ich bin kein Öko. Ich trage keinen selbstgehäkelten Wollpullover, ich besitze ein Handy, habe einen Kühlschrank, eine Waschmaschine und wasche mich auch regelmäßig, wobei ich das ein oder andere Produkt verwende, dass vielleicht nicht so schön biologisch abbaubar ist. Ich bin also kein Umweltschützer und werde wohl auch nie so einer von der Sorte werden, der freiwillig in nem alten Bauwagen wohnt und versucht die Welt zu verbessern indem er / sie mit gutem Beispiel voran geht und lebt wie in der Steinzeit

 

Warum lautet die Überschrift des Artikels also Umweltschutz ? Gute Frage ! Ich will versuchen sie mit einem Umweg zu beantworten.

 

Eigentlich dreht sich dieser Artikel um Verlogenheit. Ich kann und will es nicht länger schweigend hinnehmen, deswegen schreibe ich diesen Artikel. Wir werden alle jeden Tag belogen. Von Konzernen und Politikern die uns sagen, was für Fortschritte man bereits erzielt habe in Sachen Umweltschutz. Dabei muss man sich nur einmal mit einem Funken Verstand umsehen.

Noch nie waren wir von sovielen Geschäften umgeben, die uns Produkte verkaufen, die schon beim Erwerb ihre zulässige Lebenserwartung überschritten haben, sofern sie jemals eine solche hatten. Siehe 1 Euro Läden

Noch nie hatten wir so viele Produkte mit einer geplanten Obsoleszenz. Siehe Autos und Waschmaschinen.

Noch nie hatten wir soviele Produkte, bei denen von Anfang an klar war, dass sie zum Wegwerfen konzipiert sind, obwohl das nicht hätte sein müssen. Siehe Mobiltelefone mit nicht austauschbarem Akku.

Ich habe eigentlich erwartet, dass die Lebenserwartung vieler Produkte unseres täglichen Lebens steigt. Immerhin werden dauernd neue, belastbarere Materialien entwickelt, Tests gemacht und neue Konstruktionen und Methoden entwickelt. Unsere Ingenieure sollten fähig sein ein Auto, eine Waschmaschine oder ein Mobiltelefon zu entwickeln, bei denen Verschleißteile langlebig und z.B durch einen modularen Aufbau leicht zu tauschen sind.

Stattdessen haben wir heute Autos, bei denen man zum Austausch einer Scheinwerferlampe die halbe Front auseinanderbauen muss und daher eine defekte Glühbirne bei einem Kilometerstand von 100.000 und mehr schon beinahe einen wirtschaftlichen Totalschaden darstellt. Und der Kühlschrank ist auch stromsparender, nur brauche ich öfters einen Neuen, dessen Herstellung natürlich auch wieder Energie und Rohstoffe verbraucht. Doch das damit die gute “Klimabilanz” des Kühlschranks wieder hinfällig ist, sagt mir natürlich niemand.

 

Unserer Wegwerfkultur können Maßnahmen wie regenerative Energie, Recycling und FCKW-freie Kühlschränke nicht entgegen wirken. Letztlich soll das unser Gewissen beruhigen, nützen tut es jedoch nichts. Eigentlich wäre an diesem Punkt mal die Politik gefragt solche Geschäftsmodelle zu unterbinden.

An dieser Stelle kommt dann oft das Argument, dass die Konsumenten das doch selbst so wollen. Dies ist ein Totschlagargument. Es soll von der eigenen Verantwortung ablenken und signalisiert, dass man eine Debatte eigentlich gar nicht führen will. Es mag Konsumenten geben, die solche Produkte kaufen. Das rechtfertigt jedoch nicht Produkte, deren einziger Zweck das Wegwerfen zu sein scheint, herzustellen und zu verkaufen und dabei irgendwas von Umweltschutz zu faseln. Da sollten diese ganzen Menschen und Politiker wenigstens ehrlich sein und sagen, dass sie das nicht interessiert ob wir oder nachfolgende Generationen auf diesem Planeten noch leben können, solange es irgendeinen Idioten gibt der es kauft und sie damit Geld verdienen. Aber das werden sie natürlich nicht tun, denn es wäre schlechte Publicity und die ist bekanntlich schlecht fürs Geschäft.

Es kommt aber auch oft ein weiteres Argument. Das der Hilflosigkeit, denn immerhin wisse man ja gar nicht, welche Geräte von welchen Herstellern den jetzt wirklich taugen und welche nicht und als Kunde hätte man ja eh keinen Einfluss darauf und so weiter. Bitte lasst euch nicht ständig einreden, dass ihr nichts bewirken könnt. Ihr könnt sehr wohl, man will euch nur glauben lassen ihr könntet nicht.

Dieses Argument wird aber auch gerne von Leuten benutzt, denen es im Grunde egal ist, ob sie ihren Kindern eine Mülldeponie hinterlassen. Ich spare mir an dieser Stelle einen Appell oder eine Debatte, beides wäre hier sinnlos.

 

Zurück zum Umweltschutz:

Ich denke, Umweltschutz wäre machbar, auch ohne in einen alten Bauwagen umzuziehen und wie in der Steinzeit zu leben. Doch dazu wären einige grundsätzliche Änderungen in unserer Denkweise, Kultur und Finanzsystem notwendig. Bei Denkweise und Kultur sollten wir uns vielleicht ein Vorbild an Steve Jobs nehmen. Der Mann hat es geschafft den Menschen ein vollkommen überteuertes Stück Plastik zu verkaufen, als wäre es eine Eintrittskarte ins Paradies und er der Messias. Das funktioniert sicher auch anders herum, so dass die Menschen es vielleicht mal eines Tages nicht mehr als cool betrachten sich jedes Jahr ein neues Smartphone zu kaufen, sondern ihres möglichst lange zu behalten. Beim Finanzsystem ist das schon schwieriger. Unsere gegenwärtige Form des Kapitalismus interessiert sich nicht dafür ob ein Produkt innovativ ist und ob es die Menschheit voran bringt. Unser heutiges Finanzsystem stellt nur folgende Bedingungen an ein Produkt: Wie schnell kann ich möglichst viel und möglichst billig produzieren und verkaufen. Ob es ökologisch sinnvoll und ethisch vertretbar ist, ist irrelevant.

All dies muss sich gemeinsam ändern, ein gigantisches Unterfangen, jedoch nicht unmöglich. Warum ist dann noch keiner auf die Idee gekommen und hat es versucht ?

Ich bin mir sicher, hier nicht das Rad neu zu erfinden. Die Idee hatte sicher schon mal jemand, nur hat es sich niemand getraut. Da sind wir wieder bei dem Argument der Hilflosigkeit. Alle glauben es wäre unmöglich, nicht machbar und so weiter. Das glaubt ihr deshalb, weil ihr eure eigenen Möglichkeiten noch gar nicht kennt und weil man gar nicht will, dass ihr sie kennt. Und solange es Menschen gibt, die ganz gut davon leben, dass die Dinge so sind wie sie sind, werden Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, euch das weiter glauben zu lassen. Und deswegen ändert sich nichts.

Zeit, den Teufelskreis zu verlassen.

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Produktvorstellung: Argumentationshilfe

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Hallo und herzlich Willkommen zur ersten und vermutlich letzten Produktvorstellung auf diesem Blog. Heute für Sie im Angebot: Die Argumentationshilfe   Dieses Produkt ist wirklich der Hammer !   Kennen sie das nicht auch ? Sie streiten sich gerade gepflegt … Weiterlesen

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Angst vor dem Nichts

Ich hatte einen irren Traum.

 

Ich träumte, ich würde noch einmal die Möglichkeit haben ein Gespräch zu führen mit einem Menschen aus der Vergangenheit. Nur für einen begrenzten Zeitraum. Ich weiß nicht warum, doch ich führte das Gespräch mit meiner Mutter. Sie lebt ja eigentlich noch.

Ich träumte, dass wir uns viel erzählten, zusammen lachten, zusammen nachdenklich waren und auch schwiegen.

Viele Menschen träumen von einer zweiten Chance.  Von der zweiten Chance sich zu verabschieden, wenn es ihnen beim ersten Mal nicht möglich war. Von der Möglichkeit, unausgesprochene Dinge noch besprechen zu können mit einem geliebten, verstorbenen Menschen. In diesem Traum hatte ich das Gefühl, genau das zu tun. Mich verabschieden zu können. Als es dann soweit war, begriff ich aber, dass all diese Dinge die ich zu sagen hatte, der Wunsch noch mal mit ihr zu reden, dass dies die Erinnerung an sie in diesem Traum am Leben erhielt. Sie war nicht fort, sie war noch bei mir. Doch als die Zeit des Abschieds nahte, da begriff ich plötzlich, dass sie diesmal gehen würde. Endgültig. Kein Wiedersehen. Der Abschied würde geschehen, alles würde gesagt sein. Es brach mir das Herz im Traum und ich wachte auf. Nachdem ich realisierte, was ich da geträumt hatte, brach es mir ein zweites Mal das Herz.

Mir wurde bewusst, was der Tod eines Menschen bedeutet. Nicht, dass zum ersten Mal jemand in meinem sozialen Umfeld verstorben wäre. Aber dieses Mal war es anders. Mir wurde klar, dass es eigentlich keine zweite Chance gab. Wenn ein Mensch geht, kommt er nicht mehr zurück. Eines Tages würden die Menschen, die mich ein Leben lang begleiteten, weg sein. Keine zweite Chance, kein zurück. Der Wunsch nach einer solchen Möglichkeit, einem letzten Gespräch, würde vielleicht die Erinnerung wach halten. Aber das wäre nur eine Illusion. In Wirklichkeit ist man allein, isoliert. Wer einst von Bedeutung war ist fort und es gibt dafür keinen Ausgleich, keinen Ersatz.

Ich will nicht sagen, dass ich vollkommen begreife, was Menschen für eine Isolation, für eine Einsamkeit fühlen, die all jene die ihnen etwas bedeutet haben, überlebt haben. Ich habe nur durch das Schlüsselloch gesehen und eine Ahnung erhalten. Was ich allerdings sah, machte mir Angst.

Angst vor dem Nichts.

Nur die Illusion, dass man nach dem Tod wieder einander begegnet, und die Ignorierung der Tatsache, dass die Chancen dafür eher schlecht stehen, haben mich bisher das Thema ertragen lassen. Doch nach diesem Traum, diesem Moment des Gefühls wenn niemand mehr da ist mit dem man Erinnerungen an das eigene Leben verbindet, ist da nur noch die Angst vor dem Nichts. Und es ist unerträglich geworden.

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Die kleinen Dinge…

Es sind diese vielen kleinen Dinge, die eine Sache entlarven.

 

Wenn ich zum Beispiel lese, dass immer noch eine Debatte geführt wird, ja geführt werden muss, ob ein Whistleblower wie Edward Snowden hier Asyl bekommt oder nicht, dann möchte ich den Kopf gegen die Wand schlagen.

Edward Snowden ist ein Verräter, ohne Zweifel. Ist ein Verräter vertrauenswürdig ? Die Antwort lautet „Nein“, denkt man zuerst. Doch bedenke man auch, was genau er verraten hat. Snowden verriet ein System, dass gegen Gesetze, demokratisch / freiheitliche Werte und Menschenrechte verstieß. All das von dem unser gegenwärtiges „System“ / die Bundesregierung beteuert, es schützen zu wollen. Und Snowden hatte dabei den Schneid, sich nicht auf den Befehlsnotstand zu berufen oder dergleichen, sondern einzuräumen, dass er an einer schlechten Sache mitgewirkt und die Notbremse gezogen hatte, als er erkannte, wie weit das eigentlich geht und in welche Richtung es führt.

 

Bedenkt man die Umstände und das unsere Regierung ja eigentlich beteuert Demokratie, Freiheit und die Menschenrechte schützen zu wollen, sollte eine Debatte über Asyl für Snowden eigentlich nicht notwendig sein. Die Tatsache, dass es geschieht und Snowden noch kein Asylangebot von Deutschland hat, spricht mehr als Tausend Worte und entlarvt die tatsächliche Haltung und Abhängigkeit unserer Regierung / unseres Systems. Dazu braucht man nun wirklich kein Verschwörungstheoretiker sein, als welche Menschen wie ich und Überlegungen die ich hier gerade in die Tasten tippe, ja gerne bezeichnet werden. Taten sprechen immer für sich selbst.

Ich sehe ein Teil des Problemes, warum niemand Snowden so ernst nimmt, darin, dass Snowden kein Militär ist, der unter Einsatz seines Lebens eine schwache, unbewaffnete Minderheit beschützt hat, sondern ein “Informatiker”, der nur ein bis zwei Festplatten mit sensiblen Informationen an die Öffentlichkeit gebracht hat. Sowas hat nunmal nicht das Zeug zum Heldenmythos, sowas will keiner sehen. Langweilig ist das und deswegen zappt ein Großteil der Menschheit vor der Glotze einfach weiter, wenn Snowden erwähnt wird, ohne sich über die Bedeutung dessen, was da geschieht, Gedanken zu machen.

Bisher wurde auch “noch” fast niemand von der Überwachung direkt geschädigt oder unter Druck gesetzt. Journalisten, Blogger oder einfach nur Bürger, die ihre Meinung kundtun, wurden auch “noch” nicht verhaftet und verschwanden auf Nimmerwiedersehen, wie es in Vietnam z.B. üblich ist.

Die Konsequenzen sind “noch” nicht spürbar und daher ist die Angelegenheit für die meisten Leute uninteressant. Was übrigens ein sehr intelligenter Schachzug ist: Überwachung und Kontrolle der Massen nicht durch Informationsentzug, sondern durch ein Überangebot an Informationen und Phrasen, die zu einer derartigen Verdrossenheit führen, dass alle regelrecht eingelullt sind und gar nicht merken, dass sie bereits in einem Staat leben, der vergangene Beispiele wie die DDR und ihr Ministerium für Staatssicherheit wie einen Kindergarten dagegen aussehen lässt.

Und wer derartige Vergleiche jetzt pathetisch findet, dem kann ich nur sagen, dass man einst glaube, solche Dinge wie in Orwells Roman “1984″ seien übertrieben, technisch in der Realität niemals umsetzbar und überhaupt. Und heute ist es möglich mehrere Telefongespräche gleichzeitig abzuhören und mittels Spracherkennungssoftware nach Schlagworten abzusuchen und hervorzuheben. Zu Orwells Zeiten war es schon ein gigantischer Aufwand an Technik und Personal, eine einzige Leitung abzuhören, heutige Möglichkeiten waren pures Science-Fiction. Dieses Science-Fiction ist nun aber Realität. Also liebe Kritiker, was nun ?

 

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Erwachsen werden und Abschied

Erwachsenwerden bedeutet für mich, dass man begreift und akzeptiert, dass die Zeit zusammen spätestens mit dem Tod endet. Das muss aber nicht negativer sein als es wirklich ist. Erwachsenwerden bedeutet für mich auch, die Sicht auf den Abschied zu verändern. Ein Abschied muss nicht alleine traurig sein, wenn man beginnt nicht nur die Zeit zu sehen, die man nach dem Abschied getrennt ist, sondern auch die gemeinsame Zeit davor.

 

Ich sage nicht, man soll sich nicht ein Stück des eigenen inneren Kindes bewahren. Ich sage nur, dass das Erwachsenwerden hilft, Trost zu spenden und sich auch der guten Momente zu erinnern, da man beginnt mehr als nur einen Aspekt einer Sache zu sehen.

Wenn man natürlich die Zeit vor dem Abschied nicht genutzt hat um auch erfreuliche Momente zu haben, an die man sich beim Abschied erinnern kann, dann hat man was falsch gemacht.

Da ergibt “Carpe Diem” dann schon einen Sinn als Lebensweisheit

 

……….. ;-)

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